Die Spreewaldgurke, mehr als ein Souvenir

Gurken und der Spreewald gehören zusammen wie der Wein und die Mosel. Das ist kein Marketing, das ist Geschichte. Wer durch Lübbenau läuft, riecht es irgendwann, diesen charakteristischen Essig-Dill-Geruch der aus den Einlegereien zieht und der sich an der Gurkenmeile am Hafen zu einem richtigen Gurkenpanorama aufbaut.

Wie die Gurke in den Spreewald kam

Im 16. Jahrhundert kamen Holländer in den Spreewald. Als Weber und Tuchhändler waren sie eingeladen worden, ihr Know-how in der Produktion von Stoffen sollte der Region wirtschaftlichen Aufschwung bescheren. Der Erfolg war mäßig. Sie brachten aber nicht nur ihr Wissen um Tuch und Stoffe mit, sondern auch Samen. So kam der Gurkensamen nach Lübbenau.

Die Gurken wuchsen auf dem humusreichen, feuchten Boden des Spreewalds besonders gut. Das Klima passte, das Grundwasser war eisenhaltig, und genau das macht bis heute den Unterschied. Das Grundwasser im Spreewald ist eisenhaltig und sorgt dafür, dass die Gurke auch nach dem Einlegen noch knackig bleibt.

Bereits im 7. und 8. Jahrhundert wurden im Gebiet des Spreewalds Gurken angebaut. Durch die niederländischen Einwanderer im 16. Jahrhundert wurde der Gurkenanbau intensiviert, sodass er bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der wichtigste Wirtschaftszweig der Region wurde.

Was die Spreewaldgurke besonders macht

Spreewaldgurken sind nicht gleich Spreewaldgurken. Jede Manufaktur hat ihr Rezept, das seit Generationen weitergegeben wird. Krügermann in Lübbenau macht das seit 1896 mit Gewürzgurken, die nach einem Rezept eingelegt werden, das sich seit über 100 Jahren nicht wesentlich geändert hat.

Dazu kommen Dill, Meerrettich, Kirschblätter und je nach Hersteller Lorbeer, Senfkörner oder Knoblauch. Die genauen Rezepturen sind streng geheim. Was nicht geheim ist: Seit März 1999 ist der Name Spreewälder Gurken EU-weit als geschützte geografische Angabe registriert. Wo Spreewaldgurke draufsteht, muss also echte Spreewaldgurke drin sein.

Noch heute werden im Spreewald auf rund 500 Hektar rund 35.000 Tonnen Gurken jährlich geerntet und von hier aus in alle Welt exportiert. Es existieren noch um die 20 Einlegereien.

Die Gurkenmeile am Großen Hafen

In der Gurkenmeile am Spreehafen, wo sich Gurkenstand an Gurkenstand reiht, werden Häppchen von Senf-, Honig-, Curry- und Meerrettichgurken zum Probieren und Kaufen angeboten.

Das ist kein übertriebenes Bild. Man kann dort tatsächlich eine Stunde lang verschiedene Sorten probieren, ohne sich zu wiederholen. Gewürzgurken, Salzgurken, Senfgurken, Knoblauchgurken, Gurkenmit Currynote. Dazu Gurkensaft, Gurkenlikör und die berühmte einzelne Gurke in der Dose als Souvenir.

Wer mehr über die Geschichte der Gurke erfahren möchte, kann das Gurkenmuseum in Lehde besuchen oder eine geführte Radtour durch die Gurkenfelder machen. Die Gurkenmeile ist aber schon für sich alleine ein Erlebnis.