Der Spreewald und Lübbenau, was Besucher erwartet

Wer von Berlin aus nach Süden fährt, landet nach gut einer Stunde in einer anderen Welt. Keine Großstadt, kein Lärm, keine Hektik. Stattdessen Wasser, Wald und Stille. Der Spreewald ist eines der ungewöhnlichsten Naturgebiete Deutschlands und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten Reiseziele überhaupt.

Der Spreewald ist ein europaweit einzigartiges Wasserlabyrinth. Im Jahr 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt, ist er nicht nur für seine besondere Kultur und Naturlandschaft bekannt, sondern auch eine echte Genussregion. Travelita Was das bedeutet, versteht man erst wenn man dort ist und die Dimensionen begreift: rund 1000 Fließkilometer durchziehen das Biosphärenreservat.

Diese Fließe, also die natürlichen und angelegten Wasserläufe, sind das Herzstück des Spreewalds. Sie verbinden Dörfer, Wiesen und Wälder auf eine Art, die in Mitteleuropa kein Gegenstück hat. Viele Orte waren lange nur per Boot erreichbar. Das Wasser ist hier keine Kulisse, es ist der Lebensraum.

Lübbenau, das Tor zum Spreewald

Wer den Spreewald besucht, kommt meistens durch Lübbenau. Lübbenau gilt als die heimliche Hauptstadt des Spreewaldes, spätestens seit den Reisen des Dichters Theodor Fontane in diese Region. Als eine der schönsten Städte des Spreewaldes lockt sie mit einer pittoresken Altstadt und einem imposanten Schloss nebst weitläufigem Landschaftspark.

Die Stadt, Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz im südlichen Brandenburg, liegt nur etwa eine Autostunde von Berlin entfernt und kann auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken, die erstmals im Jahre 1315 urkundlich erwähnt wurde. Lübbenau ist außerdem mit dem RE2 und der RB24 direkt von Berlin erreichbar. Wer kein Auto hat, kommt trotzdem problemlos hin. Vom Bahnhof sind es etwa 15 Minuten zu Fuß bis zum Großen Hafen und zum Zentrum.

Was man im Spreewald erlebt

Der Spreewald ist kein Ort den man durchrast. Er erschließt sich langsam, auf dem Kahn, auf dem Fahrrad oder zu Fuß auf den Wegen entlang der Fließe. Man sieht Reiher die auf Pfählen sitzen, Biber die sich abends aus dem Wasser ziehen, Wiesen die im Frühling unter Wasser stehen und im Sommer in der Sonne leuchten.

Der Spreewald erstreckt sich von Alt-Schadow am Neuendorfer See bis Vetschau unweit von Cottbus über eine Fläche von rund 3000 Quadratkilometer. Travelita Man unterscheidet dabei den Unter- und den Oberspreewald. Der Unterspreewald liegt näher an Berlin, der Oberspreewald mit Lübbenau, Burg und den klassischen Kahnfahrtgebieten liegt weiter südlich.

Lübbenau hat dabei alles auf engem Raum: historische Altstadt, Schlosspark, Großen Hafen mit Gurkenmeile, Kahnfahrten in alle Richtungen, das Spreewaldmuseum, die Spreewelten als Freizeitbad und direkt nebenan das Spreewalddorf Lehde. Ein Wochenende reicht um alles einmal gesehen zu haben. Wer länger bleibt, entdeckt mehr.

Wann man kommen sollte

Der Spreewald hat keine schlechte Jahreszeit. Im Frühling öffnet die Natur sich nach dem Winter, im Sommer sind die Fließe voll Leben, im Herbst leuchten die Wälder und im Winter liegt manchmal Schnee auf den Stegen. Die Hauptsaison ist Mai bis Oktober, dann fahren die Kähne täglich und alle Angebote sind geöffnet. Wer Ruhe sucht, kommt im Frühjahr oder frühen Herbst. Wer Mücken meiden möchte, meidet den Hochsommer.